WILLKOMMEN BEI DER EVANGELISCH-LUTHERISCHEN KIRCHE IN NAMIBIA

WILLKOMMEN BEI DER

Evangelisch-Lutherischen Kirche in Namibia

Evangelisch-Lutherische
Kirche in Namibia

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Gemeinde Windhoek

Zu Besuch bei der ELKIN (DELK)

29244446_1608229715880496_8724128890953400320_n Zu Besuch bei der ELKIN (DELK)

Was ist der Sinn eines Besuches? Diese Frage muss je und dann gestellt werden. Wenn Freunde sich besuchen, will man die Freundschaft pflegen. Wenn Familie sich besucht, will sie vielleicht ihre „Pflicht erfüllen“ oder aber sich freuen an dem familiären Zusammengehörigkeitsgefühl. Einen Arzt besucht man, wenn man krank ist; einen Supermarkt, wenn die Nahrungsmittel besorgt werden sollen. Und wenn die große Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) die kleine ELKIN (DELK) besucht? Genauer: Wenn eine Delegation des Rates / des Leitungsgremiums dieser EKD uns in Windhoek besucht?

29136047 1608229685880499 6287489486032994304 nAuf der einen Seite spielt das Wort „Partnerschaft“eine wichtige Rolle. Die ELKIN (DELK) hat einen festen Partnerschaftsvertrag mit der EKD – und das schon seit der Gründung unserer Kirche. Freundlicherweise spricht man in der EKD gern von einer „Partnerschaft auf Augenhöhe“ aber ehrlicherweise werden wir zugeben müssen, dass wir in dieser Partnerschaft zumeist die Empfangenden sind – entsandte Pastoren, Fortbildungsmögichkeiten, Zuschüsse. Viel Grund zur Dankbarkeit! Diese wollten wir bei dem Besuch auch zum Ausdruck bringen in Wort und der Tat der Gastfreundschaft. Allerdings durften wir auch darauf hinweisen, dass entsandte Pastoren in unserer Kirche eine ganz andere Struktur von Gemeinde und Gemeindearbeit erleben, dass sie Beobachtungen und Lernerfahrungen machen, die wiederum - nach ihrer Rückkehr - auch für die Kirche in Deutschland wichtig sein könnten.

Als Kirche haben wir von der EKD auch viel Solidarität erfahren; das können wir kaum hoch genug einschätzen. Unsere Partnerschaft war nie unkompliziert – immer standen und stehen geschichtliche und politische Gegebenheiten als „elephant in the room“ – Kolonialgeschichte, Genozid, Apartheid, Rassismus. Die EKD hat zu uns gehalten, obwohl sie oft angefeindet wurde und wird, dass sie mit „dieser“ Kirche überhaupt noch Kontakte pflegt. Partnerschaft braucht Begegnung – darum war dieser Besuch wichtig; darum will unsere Kirchenleitung, dass ich an den Synoden der EKD teilnehme.

29196482 1608229815880486 6251422609833984000 nEin zweites wichtiges Wort ist sicher „Mitteilung“. Seitens der ELKIN (DELK) hatten wir das Bedürfnis, unseren Besuchern mitzuteilen, wer wir sind, was wir geworden und wohin wir unterwegs sind. Da wir alle im Umgang miteinander unsere „Brillen der Vergangenheit“aufhaben, ist es wichtig, hier und da eine Korrektur an der Optik vorzunehmen. Wir sind eben nicht mehr „diese“ weiße, deutsche, politisch rechtslastige Kirche, die wir auch mal waren. Mitteilung ändert die Perspektive. Auch unsere wurde verändert. Wir erlebten Menschen, die sich freuten, dass es uns als Kirche gibt; die genau zuhören wollten, was uns denn bewegt; die nicht mehr in den alten Strukturen unserer Beziehung festgefangen waren. Auch unsere Optik musste korrigiert werden. Dafür ist ein Besuch wichtig und richtig. Am Ende des Besuches konnten wir dankbar zurückblicken auf eine kurze, intensive, informative, kritische und grundsätzlich erfreuliche Begegnung.

Ein drittes wichtiges Wort ist „Kolonialgeschichte“. Die EKD hatte mit ihrer Schulderklärung vom April 2017 deutlich gemacht, dass sie sich in der Diskussion um den sogenannten Genozid, bei der Erarbeitung von Versöhnungsmodellen und der Errichtung von Denk- und Mahnmalen mit einbringen will. Dieses sei nicht nur eine Aufgabe staatlicher Instanzen! Somit nutzte die Delegation ihre kurze Zeit in Namibia, um über unsere Kirche hinaus auch mit anderen Vertretern von Kirchen und aus der Welt der Politik ins Gespräch zu kommen. Sie stellte Fragen nach der Rezeption ihrer Erklärung; wollte wissen, in welcher Weise der öffentliche Diskurs geführt wird; musste feststellen, welche große Rolle das Geld und die Gier in dieser Diskussion eingenommen hat. Der Ratsvorsitzende, Bischof Heinrich Bedford-Strohm, gestaltete eine Morgenandacht zu diesem Thema in der Christuskirche. Es wurde bei der Begegnung sehr deutlich, dass auf allen Seiten Nachholbedarf in der Verständigung, in der Perspektiven- und Deutungsvielfalt besteht. Der Ratsvorsitzende sprach von “unterschiedlichen Narrativen”, auf die man zu hören und die man wahrzunehmen habe.

Was war der Sinn dieses Besuches? Wir sind ins Gespräch gekommen: fragend, kritisch, freundlich, interessiert. Wie gut, dass man sich als Geschwister im Glauben besuchen darf!

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Offene Jugendleiterstelle in der ELKIN/DELK Namibi...
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